AllFacebook Marketing Conference – Die 5 Top-Themen

 

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So, die All Facebook Marketing Conference 2019 ist Geschichte. Der Kopf dröhnt noch ein wenig, aber das Notizbuch ist voll mit Neuigkeiten und Ideen. Eigentlich müsste man die nächste Woche alle angefallene Arbeit liegen lassen und sich mit der Aufarbeitung der Inspirationen befassen. Das wird natürlich wieder nicht klappen und deshalb hier die wichtigsten Themen, die um Facebook vorgetragen und diskutiert wurden:

 

Funnel Marketing: Am Funnel Marketing führt aktuell kein Weg vorbei. Es bezeichnet die Anpassung der Werbung an die Personengruppen, die sich gerade in den verschiedenen Entscheidungsphasen bis zur Conversion befinden. Sprich, Awareness, Interest, Decision, Action. Mittels Informationen über Kontakte mit Videos, Inhalten und Webseiten werden die Personen in die verschiedenen Gruppen zugeordnet. Zum Beispiel kann die Ansicht eines kurzen allgemeinen Videos ein Hinweis auf ein leichtes Interesse und das Ansehen eins langen Videos über ein detaillierteres Thema ein Hinweis für ein grosseres Interesse sein. Wenn dann auf der Webseite Inhalt angesehen werden und ein Warenkorb gefüllt wird, ist die Entscheidung nicht mehr fern. Diese verschiedenen Gruppen bespielt man nun mit unterschiedlicher Werbung, die von allgemein bis zu immer detaillierterer Information oder am Ende sogar zu Rabatten und Aktionen führt.

 

Facebook Analytics: Facebook Analytics fristet immer noch ein etwas untergeordnetes Dasein, wenn man es mit dem Pendant aus dem Hause Google vergleicht. Das ist nicht ganz gerechtfertigt, denn während Google Analytics hauptsächlich mit Cookies arbeitet, basieren die Daten in Facebook auf die User-ID, die sicherlich deutlich verlässlicher ist. Deutlich schwieriger ist nur der Einbau der Tags bei Facebook Analytics, denn richtig Spass macht das Tool erst, wenn man die wichtigsten Standard Events und noch das eine oder andere zusätzliche, bei sich auf der Seite eingebaut hat. Aber dann lassen sich sehr interessante Daten über die Aktionen der User auf den eigenen Seiten finden. Noch spannender ist es, dass man diese Erkenntnisse sofort in eigene Zielgruppen umsetzen und Werbung darauf ausspielen kann. Unser Fazit: Definitiv nutzen!

 

DStGV: Grosses Thema der Konferenz war wie schon im letzten Jahr die Einführung der EU Datenschutzverordnung. Leider, leider kann man diese EU Verordnung auch in der Schweiz nicht ganz ignorieren. Viel diskutiert wurde, was man denn eigentlich noch darf und was nicht. Fazit: Viele Meinungen, keine Wahrheiten. Die Bandbreite von Meinungen der verschiedenen Rechtsgelehrten geht sehr weit auseinander. Speziell ob und wann man das Opt-In des Users einholen muss und wie das genau zu geschehen hat, sind nicht eindeutig. Es werden wohl erst ein paar Gerichtsurteile abgewartet werden müssen um komplette Klarheit in die Sache zu bringen. Fakt ist allerdings, dass Facebook immer ein Opt-In für die Nutzung von Daten fordert, die nicht auf der Plattform selber gesammelt werden. Das Retargeting auf Videos, die auf Facebook ausgespielt werden, ist daher in Ordnung. Das Retargeting auf Daten, die auf der eigenen Webseite gesammelt werden, bedürfen einer Zustimmung des Users.

 

Pinterest Ads: Bisher fliegt das Thema Pinterest in der Werbewelt immer noch unter dem Radar der meisten Marktteilnehmer, aber es wird zusehends heisser. Auf der einen Seiten steigen die Nutzerzahlen immer weiter an und liegen in Deutschland jetzt bei ca. 12 Millionen Usern! Auch in der Schweiz wachsen die Nutzerzahlen und liegen aktuell ca. bei 900’000. Das ist nicht wenig. Auf der anderen Seite hat Pinterest den Vorteil, dass sich dort kaufkräftige Kundengruppen Ihre Inspirationen für den nächsten Kauf holen. Wer hier schon punkten kann, wird die Kaufwahrscheinlichkeit deutlich erhöhen. Lange Zeit hat Pinterest damit gewartet Werbung einzuführen, aber nach dem es in den englischsprachigen Ländern anscheinend gut geklappt hat, kam die Werbeform vor einigen Wochen nach Deutschland, Frankreich, Schweden, Spanien… In der Schweiz laufen aktuell Testkampagnen. Es kann nicht mehr lange dauern bis auch hierzulande promoted Pins auf die Zielgruppen losgelassen werden. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.

 

LinkedIn: Auch LinkedIn wächst und verdrängt Xing mehr und mehr in die Bedeutungslosigkeit. Bei den Werbeprodukten haben sie schon ein paar Jahre mehr Erfahrung als Pinterest und gerade eine neue Werbeplattform ausgerollt, die der von Facebook doch sehr ähnlich sieht. Aber besser gut kopieren als schlecht selber erfinden. Das soziale Netzwerk LinkedIn hat zwei riesengrosse Vorteile für die Werbung:

  1. Es ist die Plattform, der die meisten User vertrauen. 70% nennen LinkedIn, wenn sie nach sozialen Netzwerken gefragt werden, denen sie vertrauen.
  2. Die Daten im beruflichen Umfeld, die man für die Zielgruppendefinition verwenden kann, sind unschlagbar.

Speziell im B2B Marketing eignet sich LinkedIn aufgrund der Daten natürlich hervorragend, aber auch im B2C-Umfeld bringt die Plattform speziell bei höherpreisigen Produkten (wie z.B.  Autos, Business Class Flüge, etc.) sehr gute Ergebnisse. Wichtig ist, dass man aber nicht nur das C-Level anspricht. Es ist häufig wichtiger sogenannte ICs (Individual contributors) anzusprechen. Diese Experten ohne Führungsverantwortung bereiten häufig die Grundlagen für Entscheidungen vor und haben daher viel Einfluss.

Wichtig für die Kampagnen ist ausserdem den LinkedIn-Pixel nicht zu vergessen. Wer diesen einbaut, kann sehr spannende berufliche Informationen über seine Webseitenbesucher analysieren.

Für 2019 ist auch noch die Bewerbungsmöglichkeit von Events geplant. Es bleibt spannend.