Google Automation – Nicht alles Gold war glänzt

 

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Wer sich die neuen Funktionen der Google- und auch Facebook Werbenetzwerke durchliest, dem kommt schnell der Eindruck, dass man in Zukunft nur noch auf einen Knopf drücken muss und man erhält die perfekt optimierte Kampagne. Denn die beiden grossen im Online Werbemarkt (Google und Facebook) entwickeln immer neue Möglichkeiten mit möglichst wenigen Eingaben eine Kampagne automatisch optimieren zu können. Während der eine oder andere Fachkollege die althergebrachte Optimierung von Kampagnen schon bald ein Ding der Vergangenheit nennen möchte, sind wir zumindest etwas skeptisch wie gut das funktionieren wird.

Es stimmt zwar, dass einige leichtere Fleissarbeiten wie die Gebotsanpassung oder das Austesten einzelner Headlines durch die Automatisierung wegfallen werden, aber wer zu stark auf die Optimierungsfähigkeiten von Google Ads setzt, wird von den Ergebnissen wahrscheinlich enttäuscht sein. Die Optimierung wird natürlich nur auf eine festgelegte Conversion gemacht werden und die Conversions beziehen sich meist nur auf eine Aktion, die die Besucher auf der eigenen Seite gemacht haben. Das führt dazu, dass einige Optimierungsfaktoren überhaupt nicht mit betrachtet werden. Wenn zum Beispiel Kreditkartenanbieter nach dem Online-Abschluss noch eine Prüfung machen oder wenn Händler aufgrund hoher Retourenquoten für bestimmte Käufergruppen keine Werbung machen wollen, dann kann man das nicht mit in die automatisierte Optimierung einfliessen lassen und man bekommt evtl. genau die Kunden, die man nicht möchte. So etwas lässt sich aktuell nur manuell lösen.

Des Weiteren ist es eine black box und darum handelt es sich bei solchen automatischen Optimierungssystem, natürlich auch immer von Vorteil für denjenigen, der sie erstellt. Solche Systeme lassen Google die Möglichkeit nicht immer für den Kunden zu optimieren, sondern eben auch in manchen Fällen für die eigene Kasse. Dazu kommt, dass jegliche Ergebnisse von Tests, die das System automatisiert macht, nicht eingesehen werden kann. Findet das System etwas darüber heraus, welche Zielgruppe wann am besten angesprochen werden sollten, kann man dieses Wissen nicht auf andere Kampagnenteile übernehmen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass solche Systeme sicherlich hilfreich sind und können zu einer verbesserten Performance führen können. Trotzdem sollte man die Ergebnisse immer genau im Blick haben und wenn nötig Teile der Kampagne wieder manuell optimieren um nicht am Ende bei den falschen Kunden zu landen.

Philip Nolze